15 Fehler nach der Existenzgründung

15 Fehler nach der Existenzgründung

Die Gründung eines Unternehmens kann sehr spannend sein. Doch dauerhaft dabei zu bleiben, ist das wahre Ziel. Viele Existenzgründer machen dabei Fehler. Wer in Deutschland denkt, er könne als Unternehmensgründer direkt von der Karibik träumen, der hat sich getäuscht. Die Wahrheit ist, dass die Hälfte der Existenzgründer ihren Unternehmensgründungsplan aus finanziellen Gründen aufgibt. Für den Erfolg Ihrer Existenzgründung sind zahlreiche Faktoren entscheidend. Es ist von entscheidender Bedeutung, die richtigen Ressourcen aufzubauen, die erforderlichen Know-hows zu erlernen und das notwendige Kapitel bereits in der Planungsphase einzubeziehen. Werbung wird oft unterschätzt und viele glauben alle Aufgaben selbst bewältigen zu können. Diese Handlungsfehler werden sich in Ihrem Planungsablauf niederschlagen, bevor Sie auch nur die Chance haben, Ihre Geschäftsidee auf den Markt zu bringen.

Die Gründung eines Unternehmens verlangt sehr viel Arbeit und Durchhaltevermögen. Viele Gründer sind mit einem eigenen Geschäft oder Freiberufler tätig, womit sie sehr engagiert und mit ganz viel Herzblut bei der Sache sind. Allerdings gibt es dennoch immer wieder Fehler, die von Gründern unterlaufen werden. Klar, dass Sie beim Unternehmen gründen darauf achten sollten, Ihr Finanzierungsplan gut durchdacht zu haben, alle notwendigen Rechtsunterlagen zu besitzen, die Arbeitserlaubnis beantragt und die Statuten des Unternehmens mit dem notwendigen Wissen erarbeitet zu haben. Aber es gibt immer einige Punkte, die Gründer leicht übersehen oder an denen man sich verschätzt. Welche die größten Fehler sind das sind, das werde ich in Ihnen in diesem Beitrag erläutern.

Fehler 1 - Mein Produkt gibt es noch nicht. Meine Geschäftsidee ist einzigartig.

Wie oft ich diesen Satz schon auf Grillabende und bei Treffen mit Freunden gehört habe, kann ich schon gar nicht mehr zählen. Jeder hat eine Geschäftsidee, die noch nie dagewesen war. Ein Bollerwagen mit eingebauten Boxen für den Vatertag. Ein unkaputtbarer Autoreifen oder ein Weinglas, das je nach Alkoholgehalt die Farbe ändert. Es gibt so viele “Fancy” Ideen. Fakt ist, dass es vieles bereits gibt oder schonmal gab und gescheitert sind. Die Faszination für eine Idee sollte Euch nicht überrennen. Seit Feuer und Flamme für Eure Geschäftsidee, aber immer mit einem gesunden Maß an Skepsis. Eine kurze Googlesuche ohne Treffer auf der Startseite heißt noch lange nicht, dass es Eure Idee noch nicht gibt oder Ihr konkurrenzlos seid. Eventuell habt Ihr weniger gute Keywords für Eure Google Suche verwendet. Das ist mir mit 360-To-HTML auch passiert. Ich hab eine Software geschrieben mit der man 360° Bilder für Websites aufbereiten kann. Diese wurde auch einige Male verkauft. So dachte ich mir, ich mach das als “Software as a Service” Produkt. Kurz gegoogelt nichts gefunden. Ich habe mir gedacht: 360° Kameras werden eh immer beliebter, sichere Sache. Euphorisch begonnen mit der Umsetzung und kurz vor Go-live bin ich auf 4 Mitbewerber gestoßen mit einer Domain Authority von 80 und mehr als 130000 Backlinks. Sich dagegen zu positionieren wird schwer. Kurz darauf kam dann auch noch Google mit Google Street View, dass mittlerweile auch 360 Grad Bilder kostenlos veröffentlichen kann. Ich hatte also ein Produkt, in einer kleinen Nische, mit einem hart umkämpften Markt und dazu noch Google als Konkurrenz welche das gleiche nur kostenlos anbietet. Mein Fehler war: Ich hatte nach den falschen Begriffen gesucht. Zu den Keywords “360 Grad Bilder” findet weniger als unter “360 Panorama Viewer”. Gute Idee, gute Umsetzung, mangelhafte Marktanalyse. Was mein Unique Selling Point angeht, war ich in der roten Zone (Siehe Schaubild nächstes Kapitel)

Fehler 2 - Keinen echten Unique Selling Point haben

Es wird so häufig gepredigt und doch ignoriert oder unterschätzt. (Siehe Kapitel 1). Sicher ist es in vielen Branchen schwer noch einen USP zu finden. Überleben Sie sich, was Sie anders machen können, selbst wenn Sie eine kleinere Zielgruppe dadurch bekommen, könnten Sie genau DER Anbieter sein, der einzig und allein diese Zielgruppe bedienen kann. So fokussiere ich mich hauptsächlich auf Existenzgründer und Personen, die ein Online Business aufbauen können und helfe diesen mit meinen Programmierfähigkeiten und Content Creation Dienstleistungen Ihr Business zu pushen. Dadurch hebe ich mich von der breiten Masse von Softwareentwicklern ab.

Unique Selling Point

? = Risiko Zone: Wettbewerbsfähiges Schlachtfeld. Nutzen Sie Emotionen und Innovationen

X (Rot) = Gefahren Zone: Ihr Konkurrent erfüllt die Bedürfnisse Ihrer Verbraucher besser als Sie. Die haben keine Chance.

zZzZ (Blau) = Keine Zielgruppe: Zu viel Konkurrenz in Bereichen die den Verbrauchern egal sind. Reine Zeitverschwendung.

USP (Grün) = Gewinner Zone: Klarer Unterschied, der den Bedürfnissen entspricht. Ausbauen und sich weiter von der Konkurrenz abheben.

Fehler 3 - Unklare Zielgruppe

Spätestens wenn Sie Werbung schalten möchten, müssen Sie Ihre Zielgruppe definieren. Zu diesem Zeitpunkt ist es eigentlich bereits zu spät, denn Gedanken darüber sollten Sie sich bereits machen bevor Sie Ihr Produkt entwickeln. Eine Zielgruppe definiert Eigenschaften Ihrer potenziellen Kunden der einen Bedarf an einer bestimmten Dienstleistung oder einem Produkt hat. Anhang dieser Eigenschaften können Sie das Kaufverhalten abschätzen und gezielt Werbung für diese Zielgruppe schalten. Eigenschaften Ihrer Zielgruppe könnten dabei das Alter und die Herkunft darstellen. Das verfügbare Einkommen, das Konsumverhalten, die Vorlieben und ethischen Werte zu verstehen. Mithilfe dieser Kenntnis können Sie gezielt Emotionen bei Ihren potenziellen Käufern wecken und zum Kauf verleiten. Wenn Sie Ihre Zielgruppe nicht kennen, gibt es mehrere Möglichkeiten an Informationen zu kommen. Suchen Sie auf Statista gezielt nach Informationen. Auch Google Scholar kann helfen. Wenn Sie lediglich einen ersten groben Überblick Ihrer Zielgruppe haben möchte (Alter, Geschlecht, Herkunft) können Sie einen Themenrelevanten Blogartikel schreiben, auf Facebook für 8 Wochen bewerben lassen, ohne die Zielgruppe einzuschränken. Ziel ist es hier nicht Leads zu generieren, sondern um zu sehen, wer Ihren Beitrag interessant findet. Nach der Werbekampagne sehen Sie, wer mit Ihrer Werbeanzeige interagiert hat. Welche Altersgruppen am stärksten vertreten sind und woher die Leute kommen. Das gibt Ihnen einen ersten groben Rahmen.

Fehler 4 - Denken das Produkt verkauft sich (von alleine) nur weil es gut ist

Sie haben ein Top-Produkt, das sich im Idealfall von der Konkurrenz abhebt? Super! Das ist eine sehr gute Grundlage. Sie sollten sich jetzt nur nicht darauf verlassen, dass sich Ihr Produkt einfach so verkauft. Woher sollen Ihre Kunden wissen, dass Ihr Produkt gut ist, ohne es getestet zu haben? Wenn Sie gute Rezessionen bekommen (evtl. von Freunden) ist dies Gold wert um erstes „Vertrauen“ zu schaffen. Damit Ihr Produkt sich wirklich verkauft führt jedoch oft kein Weg an Werbung vorbei. Ihr Produkt muss erst gefunden werden damit es verkauft wird. Versuchen Sie Kooperationen einzugehen, suchen Sie nach Influencer, die Ihr Produkt bewerben und schalten Sie aktiv Werbung. Denken Sie darüber nach Affiliate anzubieten, damit andere Ihr Produkt verkaufen können und mitverdienen. Mögliche Anbieten wären hier Awin (Physikalische Produkte und Dienstleistungen), Digistore24 (Bezahlte Mitgliedschaften und digitale Produkte) oder Amazon.

Fehler 5 - Ich brauch als Erstes eine Website um mein Produkt / Dienstleistung zu verkaufen

Dieser Fehler kann Euer Business direkt das Leben kosten. Euere Website wird sehr lange überhaupt nichts verkaufen. Der Grund darin liegt, dass eine neue Website noch gar nicht bei Google indexiert ist, noch keine Domain Authority besitzt und wahrscheinlich erstmal extrem wenige Websitebesucher hat. Dies sind vielleicht im Monat wahrscheinlich an die 100 - 300 Websitebesucher, je nachdem wie gut Euer Content ist. Das ist keine Reichweite, die Euch Geld bringt. Ihr solltet von Beginn an Eure Website aufbauen, aber nicht erwarten damit direkt Leads zu generieren. Ihr braucht erstmal keine Website zu haben um Euer Produkt zu verkaufen. Stellt Euer Produkt auf etablierte Plattformen wie Amazon, Amazon Kindle, Google Play Store, Steam, Digistore24, Spreadshirt und schaltet dann Werbung über Social Media. Damit könnt Ihr erstmal Eure Zielgruppe kennenlernen und die Werbung optimieren. Ihr seht anhand vom Return on Investment, ob sich die Werbeanzeigen lohnen oder nicht und könnt gegensteuern. Durch die demografischen Merkmale der Werbeanalyse Tools von Facebook etc. lernt Ihr Eure Zielgruppe besser kennen, auf Grundlage dieser Ergebnisse könnt Ihr dann Eure Website viel Zielgruppengerechter erstellen.

Was Sinn ergibt ist, dass Ihr direkt von Beginn an eine rudimentäre Website anlegt, eine Facebook Page erstellt und Blogbeiträge auf Eurer Website bewirbt. Somit wird Eure Website bei Facebook gefunden - ein wichtiger Rankingfaktor bei der Suchmaschinenoptimierung. Obwohl Ihr über die Website erstmal nichts verkauft, bewirbt Ihr parallel zu Euren Produkten auch Eure Website und erstellt fleißig Inhalte in Form von Videos und Blogbeiträge um organischen Traffic (Suchmaschine) aufzubauen.

Fazit: Ja, Ihr solltet langfristig eine Website aufbauen, um auch darüber Leads zu generieren. Verzettelt Euch jedoch nicht auf “Website only” als Einkommensquelle. Es spricht auch im Jahr 2021 nichts gegen klassische Werbung über Print Medien (zumindest wenn Ihr regional agiert) oder gegen Werbung auf Social Media oder Google Ads.

Fehler 6 - Ich bin organisiert genug, ich brauch keine Software / Tools

Das mag für den Anfang stimmen, wird Euch langfristig aber massiv Zeit kosten. Wenn Ihr jede Rechnung in Word erstellt, Euren Kundenstamm in Excel pflegt und Eure EÜR manuell macht verschwendet Ihr Zeit. Zeit welche Ihr besser in Euer Kerngeschäft setzt. Ihr verdient nicht das Geld damit manuell wiederkehrende Tasks zu machen, sondern mit dem Marketing, Kundenakquise, Erstellung von Produkten etc.

Einige Softwareprodukte kosten Geld, andere gibt es komplett umsonst (Open Source). So könnt Ihr z. B. ein Social Intranet kostenlos für Euch, Eure Mitarbeiter und Eure Kunden zur Verfügung stellen. Ihr könnt Euch kostenlos mit einem Password Safe absichern, der in der Cloud auf Eurem Webspace läuft und bereits mit den Kosten Eures Webhosting abgegolten ist. Es gibt unzählige Anwendungen für Eure Steuererklärung, Einnahme Überschuss Rechnung oder zum Versenden von Newslettern. Lasst Euch von mir beraten. Fängt an Zeit zu sparen, indem Ihr Routineaufgaben automatisiert und investiert diese Zeit besser in den Vertrieb Eures Produktes.

Fehler 7 - Ich hab keine Kosten, also brauch ich keinen Finanzierungsplan

Wenn Sie denken, dass Sie keine Kosten haben, haben Sie Ihre Finanzplanung nicht vollständig durchdacht. Kosten haben Sie immer, selbst wenn Sie keine Produktionsmaschinen oder ähnliches anschaffen müssen. Sie haben Kosten für Ihr Geschäftskonto, Steuersoftware, Steuerberater, Website, Kosten für Online Werbung, Printmedien, Logo Erstellung, Produktentwicklung etc. Ich kenne das aus eigener Erfahrung, als ich das erste Mal gegründet hatte, um meine mobile Games zu veröffentlichen, dachte ich auch ich hätte keine Kosten. Ich lag sowas von falsch. Ich hab ca. 300 Euro für Steuersoftware im Jahr ausgegeben, musste Musik für meine Spiele lizenzieren, viele Grafiken einkaufen, die ich nicht selbst erstellen konnte, musste mehrere hundert Euro für Werbung ausgeben. Alles Kosten, die von mir nicht eingeplant waren.

Fehler 8 - Meine Familie steht hinter mir

Jeder Ehemann / Ehefrau sagt, dass er/sie Euch bei Eurem Vorhaben unterstützt. Wenn jedoch die Abende und Wochenende drauf gehen und Ihr keine Zeit für Eure Familie habt, kann sich diese Aussage schnell ändern. Auch ein „Nebengewerbe“ macht man nicht einfach so „nebenbei“. Ihr habt die gleichen Aufgaben als wenn Ihr Vollzeit an einem Gewerbe arbeitet, nur eben viel weniger Zeit. Aufgaben abzuschließen dauert länger, Erfolge stellen sich erst langfristig ein. Die Frustration, dass der Erfolg nicht sofort kommt, ist ein häufiger Grund, warum Gründer Ihr Unternehmen wieder abmelden.

Fehler 9 - Ich interessiere mich für das Thema, also gibt es auch Käufer

Es ist gut, wenn Sie eine definierte Zielgruppe haben. Sofern Sie sich selbst für das Thema interessieren umso besser. Vergessen Sie trotzdem nicht vorerst eine Marktanalyse zu machen wie viele potenzielle Käufer es wirklich gibt. Nur weil Sie denken, dass es viele gibt, muss dies noch lange nicht der Realität entsprechen. Eventuell ist die Zielgruppe sogar so klein und speziell, dass sich der Aufwand gar nicht lohnt.

Fehler 10 - Ich verkaufe erstmal günstig, um überhaupt Einnahmen zu haben

Macht dies bitte nicht. Eine Niedrigpreis Strategie lohnt sich selten. Eure Zeit muss einen Wert haben, egal ob als Dienstleister oder Gewerbetreibender. Nebenberuflich könnt Ihr günstiger sein, aber sobald Ihr Vollzeit selbstständig sein wollt habt Ihr sehr hohe kosten. Ihr müsst Euch behandeln wie ein Mitarbeiter, zahlt Arbeitnehmer UND Arbeitgeberanteil an Euer Versicherungen / Krankenkasse. Ihr müsst die Steuer abziehen und Rücklagen bilden. 5000 Euro Brutto im Monat sind als Selbstständiger nicht viel.

Fehler 11 - Werbung mach ich dann, sobald ich Geld verdiene

Wenn Sie nicht gesehen werden, werden Sie auch nichts verkaufen. Und zu Beginn von Ihrem Unternehmen werden Sie nicht gesehen. Maximal in Ihrem Bekanntenkreis. Sie müssen Werbung schalten, und das von Anfang an. Ihre Website wird erstmal kaum in der Suchmaschine auftauchen, Ihre Posts gehen in Social Media oft in der Masse unter. Sie müssen erstmal mit Ihrer Werbeanzeige die Aufmerksamkeit Ihrer Zielgruppe bekommen, danach das Interesse wecken und erst dann können Sie auf einen Kauf hoffen. Nur weil jemand auf Sie aufmerksam wird, heißt dies nicht, dass er auch Euer Produkt kauft. Oft besucht er Ihre Seite mehrmals (oder sieht Ihre Werbeanzeige mehrmals) bis Ihr potenzieller Käufer überhaupt mal über einen Kauf nachdenkt. Ohne Werbung geht gar nichts.

Fehler 12 - Wenn ich selbstständig bin, kann ich meine Zeit so gestalten wie ich mag

Grundsätzlich ist diese Aussage korrekt, sofern Sie die Konsequenzen auch dafür tragen. Sie werden nicht am Pool oder im Café sitzen und mal “bisschen was arbeiten” wenn Sie gerade Lust dazu haben. In der Regel arbeiten Selbstständige viel mehr als Angestellte. Auch sollten Sie sich Regelarbeitszeiten zulegen, um nicht in Prokrastination zu verfallen. Sie brauchen Routine um effektiv zu arbeiten. Ich selbst nutze die Deep Work Methode. Schalte alles ab was mich ablenkt (YouTube, Internet, Handy) und arbeite konzentriert an meiner Software für 3–4 Stunden. Nach 3–4 Stunden nimmt meine Konzentration sowieso ab. Ich lasse dann „Ablenkungen“ absichtlich wieder zu und arbeite entspannt an Dingen, die weniger „Konzentration“ benötigen. Social-Media-Marketing, SEO Optimierung, Backlinks erzeugen, Analyse von Metriken, Blogbeiträge schreiben etc. Es gibt unzählige Produktivitätstechniken, welche zu Euch passt, müsst Ihr herausfinden. Gerne kann ich Euch auch Beraten und wir analysieren Ihre Produktivität.

Ja, Ihr könnt Eure Zeit frei gestalten. Jedoch nur mit einem gewissen Spielraum. Verfallt nicht in die Illusion zu denken, dass Ihr den ganzen Tag Zeit mit Eurer Familie genießt und dann Abends um 22 Uhr nochmal 2–3 Stunden gemütlich arbeitet. Ihr werdet nicht mehr aufnahmefähig sein. Vereinbart eine Regelarbeitszeit, so als wärt Ihr angestellt. Der einzige Vorteil: Ihr müsst Euch nicht rechtfertigen. Plant auch Urlaub und Ruhezeiten ein um Kraft zu tanken.

Fehler 13 - Ich mach alles selbst, dann spare ich Geld

Ich kann das meiste auch selbst tun, egal ob Fotos für meine Websites, Werbefilme erstellen, Webdesign, Softwareentwicklung, Marketing, Steuer, Logo Gestaltung. Tue ich es? Nein. Warum? Man verzettelt sich zu schnell und kommt vom hundertsten ins tausendste. Abgesehen davon gibts genug Leute auf der Welt, die Experten auf Ihrem Gebiet sind. Warum sollte ich mein Logo selbst gestalten und dafür 5 Stunden brauchen damit es “ok” aussieht. Wenn ich es für 30 Euro outsourcen kann, danach professionell aussieht und ich die Zeit nutzen kann, um mich um wichtigere Dinge zu kümmern. “Ich mache alles selbst” kommt oft von falschem Zeit oder der Illusion, dass man ja „keine Kosten“ hat. Plant sowas direkt mit ein. Wenn Ihr es selbst tun könnt, umso besser. Aber Ihr müsst abwägen, was Ihr selbst macht und was Ihr besser wegdelegiert.

Aufgaben richtig priorisieren

Fehler 14 - Um Automatisierung kümmere ich mich später

Automatisierung klingt immer so komplex und ist nur etwas für Konzerne welche die Mittel dazu haben. Tatsächlich ist es heutzutage noch nie so einfach gewesen, wiederkehrende Tasks zu automatisieren. Dienste wie Microsofts Power Automate, Retool oder IFTTT machen es möglich diverse Produkte miteinander zu verknüpfen und automatisiert auf Ereignisse zu reagieren. Notieren Sie sich von Anfang an wiederkehrende Aufgaben und versuchen Sie diese entweder zu delegieren oder wegzuautomatisieren. Selbst komplexere Prozesse wie die regelmäßige Auswertung von KPIs (Kennzahlen) oder die Analyse von Daten können automatisiert werden. Dazu reicht oft ein einfaches PowerShell oder Python Script. Sie haben solch einen Fall? Gerne kann ich Ihnen dabei helfen lästige wiederkehrende Aufgaben zu automatisieren. Jeden wiederkehrenden Task, den Sie nicht manuell machen müssen, verschafft Ihnen Zeit um sich auf Ihr Business zu kümmern. Besonders, wenn Sie nebenberuflich gründen, ist Zeit ein wesentlicher Faktor über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. Arbeiten Sie effizient an den wichtigen Dingen und das von Anfang an. Langfristig spart dies viel Zeit, Nerven und Geld.

Fehler 15 - Über Social Media wird sich mein Produkt verkaufen

Social Media ist mittlerweile als Heilsbringer bekannt. Es gab viele Produkte, Videos, Spiele und auch Personen, die viral wurden und durch Social Media zum Selbstläufer. Gute Beispiele sind wohl Flappy Bird oder Minecraft. 0 Euro in Werbung investiert und trotzdem zu Selbstläufer geworden. Dies sind aber Ausnahmefälle. In der Regel posten Sie etwas auf Social Media und innerhalb von 15 Minuten ist Ihr Post irrelevant und geht in der Masse unter. Um auf Social Media erfolgreich zu sein, benötigen Sie Content Plan. Sie müssen herausfinden zu welchen Uhrzeiten Ihre Zielgruppe online ist, wer Ihnen tatsächlich aus Interesse folgt oder Ihnen nur folgt damit Sie ihm zurückfolgen. Besonders Twitter ist schnelllebig. Auf Facebook wird es auch immer schwieriger kostenlos Werbung zu posten. Im Activity Steam mit Ihrem Freunden hat niemand wirklich Interesse an Ihrem Produkt. Auf Facebook-Gruppen wo sich Ihre Zielgruppe befindet dürfen Sie oft keine Posts veröffentlichen welche aus Werbung ausgelegt werden können. Dazu zählen oft schon Blogbeiträge. Die Zielgruppe effektiv über Social Media zu erreichen braucht viel Arbeit, Recherche und Feingefühl. Social Media ist schon lange kein Heilsbringer mehr, sondern notwendiges übel.

Fehler 16 - Den Produktlebenszyklus ignorieren

Euer Produkt ist fertig und verkauft sich, Euer Unternehmen läuft und Ihr erzielt gute Gewinne. Das ist super! Vergessen Sie jedoch den Produktlebenszyklus nicht. Anfangs wird Ihr Produkt eventuell sehr gut anlaufen, doch irgendwann verliert Ihr Produkt eventuell das Interesse Ihrer Zielgruppe. Dies kann mehrere Ursachen haben. Eventuell handelt es sich bei Ihrem Produkt um ein Mobile Game und Ihre User wollen es nicht mehr spielen. Oder die Saison endet und Ihre einzigartiges „Sommer Produkt“ wird im Herbst und Winter nicht mehr benötigt, oder das Problem Ihres Kunden wurde gelöst und er beendet die bezahlte Mitgliedschaft auf Ihrer Plattform. Versuchen Sie bereits vor der Produktentwicklung den potenziellen Produktlebenszyklus Ihres Produktes abzuschätzen. Ihr Produkt wird früher oder später abgelöst werden und Sie benötigen “ein neues Modell, eine neue Version” oder ein alternatives Produkt für eine andere Saison. Wäre schade, wenn Ihr Produkt gut losläuft und auf einmal keine Käufer mehr da sind.

Diesen Artikel teilen